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01.12.2025
18:04 Uhr
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Im starken Debütroman der Amerikanerin Monika Kim werden Augen verspeist. Es ist eine radikale Antwort auf den männlichen Blick.

Ji-wons koreanische Mutter sagt, Fischaugen bringen Glück. Aber nur, wenn man sie isst. Und jetzt, da ihr Mann sie für eine andere Frau verlassen hat, gibt es regelmäßig Fisch bei ihnen zu Hause in Los Angeles. Angeekelt beobachten Ji-won und ihre kleine Schwester die Mutter, wie sie mit ihren Essstäbchen energisch in den Fischkopf sticht und triumphierend die weiß schimmernden Kugeln in die Höhe hält. Die Schwestern reagieren mit Appetitlosigkeit, was die Mutter in ihrer Euphorie kränkt. Und so erbarmt sich Ji-won und probiert auch eine dieser Glückskugeln: "Das Äußere des Augapfels ist speckig, fast wie Gelee, und hat einen salzigen, fischigen Geschmack."